1. Vor der Anschaffung ehrlich prüfen
- Passt ein Hund dauerhaft zu Arbeitszeiten, Wohnsituation, Familie und Urlaubsplanung?
- Sind tägliche Bewegung, Beschäftigung, Erziehung und Sozialkontakt zuverlässig möglich?
- Reicht das Budget auch für Futter, Steuer, Versicherung, Training und unerwartete Tierarztkosten?
- Sind Vermieter, Betreuungspersonen und alle Haushaltsmitglieder einverstanden?
- Wurde im Tierheim nach einem passenden Hund gefragt und nicht nur nach Aussehen entschieden?
2. Die ersten Tage
- Rückzugsplatz, passende Leine beziehungsweise Geschirr, Näpfe und sichere Transportmöglichkeit vorbereiten.
- Übernahmevertrag, Impfpass oder Heimtierausweis, Chipnummer und bisherige Befunde übernehmen.
- Ruhige Abläufe und feste Routinen schaffen; Besuch und neue Reize zunächst dosieren.
- Zeitnah einen Termin in der Tierarztpraxis vereinbaren – besonders bei unklarer Vorgeschichte oder Beschwerden.
- Für die Eingewöhnung und Erziehung belohnungsbasiert arbeiten; schmerzhafte Hilfsmittel sind keine Abkürzung.
3. Chip, Registrierung und Anmeldung
Mikrochip und Haustierregister
Der Mikrochip trägt nur eine Identifikationsnummer. Damit ein Fundtier zugeordnet werden kann, muss diese Nummer zusätzlich mit den Kontaktdaten der Halterin oder des Halters verknüpft werden. Das ist kostenlos etwa bei TASSO oder FINDEFIX möglich. Nach Umzug oder Telefonnummernwechsel die Daten aktualisieren.
Hundesteuer, Register und Haftpflicht
Hunde müssen in der Regel bei der Wohnsitzkommune zur Hundesteuer angemeldet werden. Weitere Pflichten – etwa Chip, Sachkundenachweis, zentrales Hunderegister oder Haftpflichtversicherung – unterscheiden sich nach Bundesland, Kommune und teils nach Hund. Deshalb die Vorgaben des eigenen Ordnungsamts beziehungsweise Landes prüfen.
4. Tierarzt, Impfungen und Vorsorge
- Allgemeinuntersuchung, Zähne, Gewicht, Bewegungsapparat und vorhandene Unterlagen prüfen lassen.
- Impfplan individuell nach Alter, Vorimpfungen, Haltung, Kontakten und Reisen erstellen lassen.
- Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin unterscheidet Core- und risikobasierte Non-Core-Impfungen; starre Einheitspläne sind daher nicht sinnvoll.
- Tollwut ist besonders für grenzüberschreitende Reisen relevant. Ein gültiger Eintrag muss rechtzeitig vor Abreise vorliegen.
- Notfallnummer, tierärztlichen Notdienst und wichtige Befunde griffbereit speichern.
5. Parasitenprophylaxe nach Risiko
Zecken, Flöhe und Würmer sind nicht bei jedem Hund gleich wahrscheinlich. Freilauf, Jagdverhalten, Rohfütterung, Kontakt zu Artgenossen, kleine Kinder im Haushalt und Reisen verändern das Risiko. Die Maßnahmen sollten deshalb mit der Tierarztpraxis anhand der ESCCAP-Empfehlungen festgelegt werden.
- Je nach Risiko kommen Kontrollen, Kotuntersuchungen und/oder gezielte Behandlungen infrage.
- Vor Auslandsreisen frühzeitig nach regionalen Gefahren wie Herzwurm, Leishmaniose oder bestimmten Zeckenarten fragen.
- Präparate nur passend zu Tierart, Gewicht und Gesundheitszustand anwenden.
6. Versicherung und Notfallvorsorge
- Hundehalter-Haftpflicht: je nach Bundesland verpflichtend, ansonsten dringend zu prüfen.
- OP- oder Tierkrankenversicherung: Leistungen, Selbstbeteiligung, Altersgrenzen und Ausschlüsse vergleichen.
- Alternativ oder zusätzlich eine realistische Notfallrücklage bilden.
- Betreuungsvollmacht, Medikamente, Fütterung und Tierarztkontakt für Notfälle schriftlich hinterlegen.
7. Urlaub und Reisen ins Ausland
Für private Reisen mit Hund innerhalb der EU sind grundsätzlich Mikrochip, gültige Tollwutimpfung und EU-Heimtierausweis erforderlich. Der Chip muss vor oder spätestens bei der Tollwutimpfung gesetzt worden sein. Nach einer Erstimpfung gilt grundsätzlich eine Wartezeit von mindestens 21 Tagen.
- Einreise-, Rückreise- und Transportregeln des Ziellands frühzeitig prüfen – bei Nicht-EU-Ländern möglichst Monate vorher.
- Für Finnland, Irland, Malta, Norwegen und Nordirland ist bei Hunden eine dokumentierte Bandwurmbehandlung 24 bis 120 Stunden vor Einreise vorgeschrieben.
- Transportbox oder Sicherungssystem vorher trainieren; Wasser, Pausen und Hitzeschutz einplanen.
- Reiselandbezogene Parasitenprophylaxe, Medikamente und erreichbare Tierarztpraxis vorab klären.
- Chipregistrierung und Telefonnummer kontrollieren; Dokumente zusätzlich digital sichern.
Kurzcheck zum Abhaken
- Alltag, Betreuung und Kosten realistisch geplant
- Wohnsituation und Zustimmung geklärt
- Tierarzttermin und individueller Impfplan
- Chip ausgelesen und bei TASSO oder FINDEFIX registriert
- Hundesteuer und regionale Pflichten geprüft
- Haftpflicht und Notfallrücklage geklärt
- Reiseunterlagen und Parasitenplan rechtzeitig vorbereitet
