Tierquälerei für Klicks: Gesetz soll Videos im Netz stoppen

Tierquälerei für Klicks: Gesetz soll Videos im Netz stoppen

· 2026-06-12 · Quelle ↗

Tierquälerei in sozialen Medien: Forderung nach gesetzlicher Verschärfung

In den digitalen Netzwerken hat sich ein besorgniserregendes Geschäft etabliert, das auf dem Leid von Tieren basiert. Immer häufiger werden Inhalte verbreitet, die schwerste Gewalt gegen Tiere zeigen. Die Welttierschutzgesellschaft beobachtet diese Entwicklung genau und sieht nun gute Chancen für eine notwendige Gesetzänderung in Deutschland. Im Zentrum der Forderung steht die Aufnahme von Tieren in die gesetzlichen Regelungen gegen gewaltverherrlichende und gewaltverharmlosende Darstellungen.

Das Geschäft mit dem Tierleid

Hintergrund dieser politischen Initiative ist das lukrative Geschäft mit zur Schau gestelltem Tierleid in sozialen Medien. Nutzer erzielen mit Foltervideos oder inszenierten Tierrettungen hohe Reichweiten. Durch die massive Verbreitung solcher Inhalte entsteht ein finanzieller Anreiz, der das Wohlergehen der Tiere zugunsten von Klicks und Aufmerksamkeit hintanstellt. Besonders erschütternd sei dabei das Phänomen des Crushings. Bei dieser Form der Gewalt werden Tiere vor der Kamera gequält und oft getötet, um die Videos als Unterhaltungsinhalt zu verbreiten.

Die Verbreitung solcher Inhalte erfolgt über verschiedene Plattformen, wobei die Mechanismen der Algorithmen oft dazu beitragen, dass gewaltverherrlichende Darstellungen eine große Sichtbarkeit erhalten. Die Welttierschutzgesellschaft macht deutlich, dass der aktuelle rechtliche Rahmen nicht ausreicht, um diesem Treiben effektiv Einhalt zu gebieten. Daher wird eine Anpassung der Gesetzeslage gefordert, die Tiere explizit in den Schutz vor gewaltverherrlichenden Darstellungen einbezieht.

Politische Unterstützung für die Initiative

Es gibt bereits Bewegung auf politischer Ebene. Wiebke Plasse, Expertin der deutschen Welttierschutzgesellschaft, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass man bereits den Zuspruch aus den Regierungsparteien habe. Dies signalisiert eine mögliche Bereitschaft im Gesetzgeber, die Forderungen der Tierschutzorganisation aufzugreifen. Die Expertin trat als eine der Rednerinnen beim ersten SMACC-Gipfel auf, wo sie die Position der Organisation vertreten hat.

Die Aussicht auf eine Gesetzänderung wird von der Welttierschutzgesellschaft als positiv bewertet. Sollte die Forderung umgesetzt werden, würden Tiere rechtlich ähnlich geschützt wie Menschen im Kontext von gewaltverherrlichenden Inhalten. Dies wäre ein signifikanter Schritt im Tierschutzrecht, da bisherige Regelungen oft Lücken aufweisen, wenn es um die reine Verbreitung solcher Inhalte geht, ohne dass der Urheber direkt identifiziert werden kann. Die politische Unterstützung aus den Regierungsparteien unterstreicht die Dringlichkeit des Themas in der aktuellen Gesetzgebungsperiode.

Was Bürgerinnen und Bürger tun können

Angesichts der hohen Reichweiten, die mit solchen Videos erzielt werden, sind auch die Nutzerinnen und Nutzer der sozialen Medien in der Verantwortung. Es ist wichtig, bewusst mit Inhalten umzugehen, die Tierleid zeigen. Das Melden von Tierquälerei-Videos bei den Plattformbetreibern ist ein wichtiger Schritt, um gegen die Verbreitung vorzugehen. Ebenso sollte darauf verzichtet werden, solche Inhalte zu liken, zu teilen oder zu kommentieren, da dies die Reichweiten weiter erhöht und das Geschäft mit dem Leid am Leben hält.

Interessierte können sich zudem über die Gesetzesdebatte informieren und die Forderungen der Tierschutzorganisationen unterstützen. Eine sensibilisierte Öffentlichkeit übt Druck auf die Politik aus und trägt dazu bei, dass Themen wie die Gewaltverherrlichung gegenüber Tieren nicht ignoriert werden. Nur durch ein Zusammenspiel aus rechtlichen Verschärfungen und einem bewussten Nutzerverhalten kann das Geschäft mit der Tierquälerei in sozialen Medien nachhaltig unterbunden werden.

Quellenangaben

  • Deutschlandfunk: Tierquälerei in Sozialen Medien: WTG sieht gute Chancen für Gesetzänderung in Deutschland, 12.06.2026
  • Weitere Informationen auf tierschutz-redaktion.de

Quellen: Deutschlandfunk: WTG sieht gute Chancen für Gesetzänderung | ZEIT: Tierquälerei für Klicks

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