85,6% wollen Trophäen-Verbot!

85,6% wollen Trophäen-Verbot!

· 2026-06-06

Massive Mehrheit fordert Stopp: 85,6 Prozent der Deutschen gegen Import von Jagdtrophäen

Die Diskrepanz zwischen dem Willen der Bevölkerung und dem Handeln der Bundesregierung könnte kaum größer sein. Während eine erdrückende Mehrheit der Deutschen ein Ende des Imports von Jagdtrophäen geschützter Tierarten fordert, verharrt die Politik in Untätigkeit. Dies ist das zentrale Ergebnis des neuen Tierschutz-Barometers 2026 von Humane World for Animals.

Die repräsentative Umfrage, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Ipsos im Januar 2026 mit über 1.500 Befragten, liefert eindeutige Zahlen, die die aktuelle politische Praxis in Frage stellen. Der Artikel beleuchtet die Hintergründe dieser Forderung, die erschreckende Lücke in der Wahrnehmung der Regierungsleistung und die ethischen Implikationen der Trophäenjagd.

Ein klares Votum der Bevölkerung

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 85,6 Prozent der Befragten sprechen sich für ein Importverbot von Jagdtrophäen geschützter Tierarten nach Deutschland aus. Diese Ablehnung ist nicht auf ein politisches Lager beschränkt, sondern zieht sich parteiübergreifend durch die Gesellschaft. Die Botschaft ist unmissverständlich: Die Bürgerinnen und Bürger wollen nicht länger, dass Deutschland zum Absatzmarkt für Teile getöteter, oft gefährdeter Wildtiere wird.

Dieses Ergebnis steht in einem krassen Gegensatz zur aktuellen Regierungspraxis. Trotz des klaren demokratischen Auftrags aus der Bevölkerung tut die Bundesregierung nach Ansicht der Befragten nichts, um diesen Import zu unterbinden. Die Legalität des Imports von Leichenteilen gefährdeter Arten wie Löwen, Elefanten und Nashörnern bleibt somit bestehen, obwohl die gesellschaftliche Akzeptanz dafür faktisch nicht vorhanden ist.

Der „Government Performance Gap" im Tierschutz

Neben der spezifischen Frage zur Trophäenjagd offenbart die Umfrage ein grundlegendes Problem im Vertrauen zwischen Bevölkerung und Exekutive, das als „Government Performance Gap" bezeichnet werden kann. Zwar ist das Thema Tierschutz in der Mitte der Gesellschaft fest verankert, doch die Zufriedenheit mit den politischen Maßnahmen ist gering.

Die Daten zeigen, dass Tierschutz für 80,5 Prozent der Befragten eine wichtige bis sehr wichtige Rolle spielt. Davon stuften 38,2 Prozent das Thema sogar als „sehr wichtig" ein. Dies unterstreicht die hohe ethische Relevanz, die dem Schutz von Tieren in Deutschland beigemessen wird.

Im direkten Kontrast dazu steht die Bewertung der Regierungsarbeit: Lediglich 21,7 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Bundesregierung genug für den Tierschutz tut. Diese Diskrepanz zwischen der hohen Bedeutung des Themas für den Einzelnen und der wahrgenommenen Untätigkeit der Politik erzeugt Frustration und unterstreicht die Dringlichkeit von legislativen Maßnahmen, wie etwa dem geforderten Importverbot.

Trophäenjagd: Kein Naturschutz, sondern bezahlter Tod

Ein zentraler Aspekt der Debatte ist die Rechtfertigung der Trophäenjagd durch deren Befürworter. Oft wird argumentiert, dass die Jagd auf Großwild dem Naturschutz diene und Gelder für den Artenschutz generiere. Die Position von Humane World for Animals, gestützt durch die ablehnende Haltung der Bevölkerung, stellt dies klar in Frage.

Kritiker bezeichnen die Praxis als „bezahlten Mord" an gefährdeten Arten. Im Fokus stehen dabei ikonische Wildtiere wie Löwen, Elefanten und Nashörner, deren Bestände weltweit bedroht sind. Dass Deutschland die Einfuhr der Trophäen – also der Leichenteile dieser Tiere – legal gestattet, macht das Land zum Komplizen dieser Praxis. Die Umfrage bestätigt, dass die Mehrheit der Deutschen diese Form der „Nutzung" wilder Tiere nicht mit ihrem Verständnis von Artenschutz vereinbaren kann.

Handlungsaufforderung: Was Bürger jetzt tun können

Angesichts der Tatsache, dass 85,6 Prozent der Bevölkerung nicht ignoriert werden können, ist der Druck auf die Politik zu erhöhen. Die Zivilgesellschaft ist gefordert, das Thema auf der politischen Agenda zu halten. Humane World for Animals ruft zu konkreten Maßnahmen auf, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen:

  • Kontakt zu Abgeordneten: Bürgerinnen und Bürger sollten ihre Bundestagsabgeordneten direkt anschreiben. Die Forderung nach einem Importverbot für Jagdtrophäen muss im Wahlkreis und im Parlament Gehör finden.
  • Unterzeichnung der Petition: Die offizielle Petition bei Humane World for Animals bietet eine strukturierte Möglichkeit, den eigenen Willen zu dokumentieren und Teil der statistischen Masse zu werden, die Veränderung fordert.
  • Verbreitung der Informationen: Das Teilen der Umfrageergebnisse in sozialen Netzwerken und im privaten Umfeld hilft, das Bewusstsein zu schärfen. Die Zahlen sind ein starkes Argument, das in der öffentlichen Diskussion genutzt werden sollte.

Fazit

Die Ergebnisse des Tierschutz-Barometers 2026 sind eindeutig. Es besteht ein breiter gesellschaftlicher Konsens gegen den Import von Jagdtrophäen, der von der aktuellen Gesetzgebung nicht abgebildet wird. Solange Deutschland die Einfuhr von Teilen geschützter Arten erlaubt, bleibt eine Lücke zwischen dem ethischen Anspruch der Bevölkerung und der politischen Realität. Die Zahlen aus dem Januar 2026 sind ein Mahnmal an die Politik, endlich zu handeln und dem Willen von über 85 Prozent der Deutschen Folge zu leisten.


Quellenangaben:

  • Humane World for Animals: Tierschutz-Barometer 2026 (Durchgeführt von Ipsos, Januar 2026, n > 1.500)
  • tierschutz-redaktion.de (Redaktionelle Aufbereitung)

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